Kost-Bar, kostbar:

Für Leib und Seele

Lassen Sie uns diesmal NICHT philosophieren, ob Essen auch glücklich und geistiger Genuss auch satt machen. Ja, tun, sie. Und aus diesem Grund deuten wir nur einmal an, dass wir für beides gerüstet sind. Als Appetizer daher dies:


Hirn-Nahrung der köstlichen Art: Vorträge & Lesungen, Bilder-Shows, Unterhaltendes, Vergnügliches


OLAF LINK

Profunder Kenner und Erzähler Bergischer Geschichte und vieler damit zusammenhängender Geschichten. Autor zahlreicher Bücher übers Bergische Land, historisch, anekdotisch, amüsant und vor allem detailreich "im prallen Leben" vor allem der Vergangenheit. Er hält seit Jahren Vorträge, die zwischen Heiterkeit und Dokumenation ihren ganz eigenen Stil gefunden haben. 


SCHORSCH WENKE

Der "Internet-Chronist" der Klingenstadt-Solingen schon zu Internets Anfangszeiten. Seine Nostalgie-Homepage "www.solingen-internet.de" erreicht(e) jährlich rund eine hale Millionen Visits, zu Zeiten vor den Sozialen Medien. Sein Bildarchiv über Solingen ist bis heute das größte frei zugängliche. Diese Schmankerl im launigen wortwitzigen Vortrag zu sehen ist Heimatkunde der höchst vergnüglichen Art.

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Der die das b/B_urger Bre_t_zel

Der Fall ist geklärt

Ja, wie denn nun, wie schreibt man ihn? Wieso ihn? Sie! Bergisch, englisch, eigenartig oder Mainstream? Und überhaupt, wer ist es denn, um den-die-das es geht?

 

1795, so sagt es das überlieferte Wissen, war im Rahmen der Besetzung des Rheinlandes durch napoleonische Truppen im selbständigen Städtchen Burg an der Wupper ein Soldat bei der Bäckerfamilie Hösterey in Obhut zur Genesung. André war sein Name, mehr weiß man nicht über ihn. Als Dank für gute Pflege überließ er dem Bäckermeister ein Rezept, denn auch André war in seiner Heimat Bäcker. Wie es dann weiterging, hat Heimat-Historien-Forscher und -Autor Olaf Link anekdotisch niedergeschrieben und oft erzählt. 

 

Womit wir schon mitten in der Kernfrage sind: Geht es um einen Brezel (zu diesem Wort kommen wir noch) oder mehrere, viele, alle? Also Singular-der oder Plural-die? Dann aber auch: Ist jeder einzelne Brezel ein Ding an sich oder einfach nur ein Gattungsbegriff. Das süddeutsche „die Brezn“ meint irgendwie „eine (einzelne) von den vielen Brezeln“. Egal welche, sozusagen. Halt! – Aber genau das ist ja beim Burger Brezel, ja, bei allen Burger Brezeln nicht der Fall. Denn ein jedes Stück ist ein Unikat. Keine Massenware. Da gleicht kein gesponnenes Gebäckstück (ja, es wird gesponnen, nicht gedreht oder geflochten) dem andere, nicht wie bei den Massenwarenbrezeln „ein Ei wie das andere“. Jeder Burger Brezel ist ein Unikat und hat damit das Anrecht auf individuelle Persönlichkeit. Ist also DER Burger Brezel. So wie es Frau Heidemarie Dingsbumskirchen oder Herr Ottokar Tunichtgut auch sind; „die“ Frau soundso, „der“ Herr XYZ, also DER Burger Brezel. Aber natürlich könnte es auch heißen DIE Burger Brezel, eine weibliche Persönlichkeit eben. 

 

Stände da nicht der überdrehte, also pervertierte Feminismus dem entgegen, der hinter einem maskulinen Substantiv gleich die gewaltsame Vernichtung der gesamten Frauen dieser Welt vermutet. Wer würde sich gerne solch unsinnigen Diskussionen aussetzen wollen wie diesen, dass die Rundungen der Brezel Weiblichkeit symbolisierten, das trockene auf ihren Charme schließen ließe oder die Knackigkeit als sexistisches Machogehabe zu deuten sei? Keiner will das, Weib & weiblich ist eben kompliziert geworden in dieser Welt, männlich einfach geblieben (nun höhnen sie, die Frauen, „sag ich ja immer, ganz simpel sind sie, die Männer …“). - - - Ach, nehmense’s nicht ernst, das leben ist krümelig genug. 

 

Brezel, dieser Begriff stammt vom mittelhochdeutschen Brezella zurück, dieser vielleicht auf das lateinische bracchium. Und da der Begriff alt ist, mutierte er zu verschiedenen Zeiten und in verschiedenen Sprachen. Brezel oder Bretzel oder Pretzel (wie im us-englischen üblich), das ist keine Grundsatzfrage, sondern nur eine natürliche Schreibvariante. So wie sie gelegentlich auch bei Sprachreformen eingeführt wird. wenn aus Photographie (photon = Licht, graphie = schreiben) Fotografie wird, aus Philosoph Filosof und aus to google im Deutschen googeln und vielleicht irgendwann man gugeln oder guhgeln. Brezel ist eben eine Variante von verschiedenen möglichen; sie hat sich „eingebürgert“. 

 

Womit geklärt wäre, dass der Burger Bezel eben DER BURGER BREZEL ist. Und nicht, wie jüngere Menschen (Generation Fastfood) meinen, ein „bööger“ Brezel. Aber dass man den Brezel aufschneiden und einen Fleischklops-Burger dazwischen legen kann, das werden wir in Küze einmal ausprobieren und vielleicht gibt es dann doch noch die Burger Burger, burger Bööger oder Bööga-Burga oder gar den Burka-Brzl. Wir werden sie der Parität wegen dann DIE nennen. All die anderen, die nach IHM kamen, dem Burger Brezel, mask.

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