Natürlich wie in Ritters-Zeiten

Solingen, Burg Hohenscheid

Bio-Hofladen Et Höffken

Nein, Ausreden gibt es jetzt keine mehr, hier nicht hinzugehen. Wer sportlich ist, kann den Hofladen zu Fuß erreichen (herrlicher Spaziergang durch die Wupperberge), mit dem Rad geht es prima, ein Linienbus hält fast vor der Haustüre (VRS-Linie 252, Haltestelle Hohenscheid, nur ca. 5 Min. Fußweg) und bei allem Bio, auch mit dem Auto kann man direkt vor's Geschäft fahren. Dass sich der Weg dorthin lohnt, wissen inzwischen zahlreiche (treue) Kunden und wer nicht nur über Fair Trade, Bio, gesund, regional und Geschmack wie in alten Zeiten reden, sondern auch beweisen will, dass es einem ernst damit ist, der ist hier willkommen und "genau richtig". 

Wie sich doch die Meinung ändern kann. Sind wir es alle längst gewöhnt, in Supermärkten vor übervollen Regalen zu stehen, ist der Hofladen beinahe schon eine Muster-Ausstellung: Von jedem ein wenig. Gleichwohl, Verkaufspsychologie lässt grüßen, der Mangel weckt Begehrlichkeit: Will/muss ich unbedingt haben! Erlaubt sei's, weil's das Gute unterstützt. Hier werden eben keine vordisponierten Mengenkontingente abverkauft, sondern hier liegt zumindest in den Frische-Abteilungen in den Regalen oder der Kühlung, was wertvoll ist – und manchmal fast schon ein Unikat. Halt, so wie es gewachsen ist und davon auch nur, was es als Ernte gab oder nach verantwortlicher Entscheidung zur Schlachtung anstand. 

 

Die Auswahl ist dennoch erstaunlich groß und nur, um die Palette der Marken und Möglichkeiten komplett zu haben, ist schon mal gar nichts da. Eine jede Käsesorte oder jedes sonstige Lebensmittel, Molkerei-frisches und selbstgeerntetes Gemüse oder aus der biologisch-regionalen Umgebung sind "a point", ernte- und produktionsnah präsent. Und wenn weg, dann weg. 

Zudem kommt man kaum umhin, mit Begeisterung zu argumentieren, dass die sonstige öffentliche Diskussion über Bio und Preise, Öko und Verantwortung, Nachhaltigkeit und Ansprüche der Kunden in eine völlig falsche, geradezu pervertierte Richtung läuft. Denn hier, in natürlichem Ambiente, laufen nicht ein paar esoterisch verstrahlte Kunden mit glänzendem Blick der illusionären Weltfremdheit herum, sondern total im Gegenteil: Hier kaufen Feinschmecker! Wer wissen will, wie Erdbeeren wirklich schmecken (nämlich anders als die Massenzuchtware), hier findet man es. Oder Käse, bei dem man die Scheiben kaum dünn genug schneiden kann, weil der Geschmack so angenehm intensiv und nuanciert reichhaltig ist. Kartoffeln, die man noch nach gewünschter Form und Größe einzeln aussucht oder Rote Beete, an denen noch die Ackerkrumen haften, weil sie frisch aus der Erde kommen. 

Julia Höffken, die Inhaberin, hat einmal gesagt, "unsere Preise kann man nicht mit denen im Supermarkt vergleichen, weil die Qualität ein völlig anderes Niveau ist". Recht hat sie. Was früher die (inzwischen immer weniger werdenden) Feinkost- oder so genannten Kolonialwaren-Geschäfte waren (die Besonderes boten), das sind heutzutage Hof- und Bauernläden, Bio- und Nachhaltigkeits-Landwirtschaft, -Fischerei und -Viehzucht.

Schön, dass es sie hier noch gibt, die "krummen Dinger", so wie sie in der Natur wachsen und vor allem: Dass sie in der Natur natürlich wachsen konnten. In der Auswahl, die man hier vorfindet, liegt zugleich das Versprechen, nur das angeboten zu bekommen, was dem Kriterium verantwortlicher Prinzipien entspricht und vor allem, was so gut schmeckt, dass man geradezu gezwungen ist, immer mal wieder hinzugehen und zu gucken, was gerade geerntet oder geliefert wurde ...

 

Wir gehen davon aus, dass wir dazugehören  :-))


Am Tage der Eröffnung des neuen Hofladens bahnt sich eine Mauschelei an: Christine Lutter-Link und Thomas Goetzen bereiten Heimliches vor. Olaf Link muss die Klappe halten, die vom Auto.
Am Tage der Eröffnung des neuen Hofladens bahnt sich eine Mauschelei an: Christine Lutter-Link und Thomas Goetzen bereiten Heimliches vor. Olaf Link muss die Klappe halten, die vom Auto.
Das galante Tanzpaar übt den Eröffnungs-Walzer, Händchen in Händchen. Jetzt muss sich Olaf endgültig einen festen Halt verschaffen und ruft den Himmel als Zeugen ob dieses Ereignisses an.
Das galante Tanzpaar übt den Eröffnungs-Walzer, Händchen in Händchen. Jetzt muss sich Olaf endgültig einen festen Halt verschaffen und ruft den Himmel als Zeugen ob dieses Ereignisses an.
Nun denn, man schreitet zur Tat. Im bürgerlichen Ambiente (kommt von Burg, Burg Hohenscheid) der einladend große Hofladen.
Nun denn, man schreitet zur Tat. Im bürgerlichen Ambiente (kommt von Burg, Burg Hohenscheid) der einladend große Hofladen.
Selbst der Hofhund wills nicht glauben, welch knuspriger Besuch sich da erdreistet, einzutreten: Eine Burger-Brezel-Besucher-Prozession.
Selbst der Hofhund wills nicht glauben, welch knuspriger Besuch sich da erdreistet, einzutreten: Eine Burger-Brezel-Besucher-Prozession.
Unter dem gestrengen Blick von Don Patrone Thomaso überreicht Christine Lutter-Link namens aller Burger Brezel Julia Höffken eine Anerkennungs-Urkunde für geschmackliche, tatkräftige, organisatorische und Genuss-Unterstützung.
Unter dem gestrengen Blick von Don Patrone Thomaso überreicht Christine Lutter-Link namens aller Burger Brezel Julia Höffken eine Anerkennungs-Urkunde für geschmackliche, tatkräftige, organisatorische und Genuss-Unterstützung.
Der Patron denkt sich schon wieder fiese Dinge aus; etwa: "Waat aff, Weiht, wir komen wier on stibitzen van dimmen leckeren Kieß". Wer das jetzt versteht, ist Solinger.
Der Patron denkt sich schon wieder fiese Dinge aus; etwa: "Waat aff, Weiht, wir komen wier on stibitzen van dimmen leckeren Kieß". Wer das jetzt versteht, ist Solinger.
Von beeindruckender Vielfalt ist das Sortiment, und doch sind es alles ausgewählte köstliche Besonderheiten, die man eben nicht im Supermarkt um die Ecke zu kaufen bekommt. Empfohlen sei es allen Feinschmeckern und Gourmets.
Von beeindruckender Vielfalt ist das Sortiment, und doch sind es alles ausgewählte köstliche Besonderheiten, die man eben nicht im Supermarkt um die Ecke zu kaufen bekommt. Empfohlen sei es allen Feinschmeckern und Gourmets.
Vor allem im Gemüseregal liegt, was fast nur noch ältere Leute kennen: der richtig originale Geschmack der Früchte und Pflanzen.
Vor allem im Gemüseregal liegt, was fast nur noch ältere Leute kennen: der richtig originale Geschmack der Früchte und Pflanzen.
Und wenn es das bergische Wetter zulässt, kann man auch auf der total urigen schattigen Sonnenterrasse eine Pause einlegen oder das soeben erstandene gleich knabbern.
Und wenn es das bergische Wetter zulässt, kann man auch auf der total urigen schattigen Sonnenterrasse eine Pause einlegen oder das soeben erstandene gleich knabbern.
Julia Höffken scheint mit der Eröffnung und dem damit verbundenen Zuspruch zufrieden zu sein; ihren Rat kann man allen ans Herz legen, die "back to the roots", zurück zum guten Geschmack erleben wollen.
Julia Höffken scheint mit der Eröffnung und dem damit verbundenen Zuspruch zufrieden zu sein; ihren Rat kann man allen ans Herz legen, die "back to the roots", zurück zum guten Geschmack erleben wollen.
Wie schön zu sehen: Das dritte Huhn von links wird gleich das Ei legen, welches ich morgen hier im Laden kaufen werde ... - - - - frischer geht's kaum noch.
Wie schön zu sehen: Das dritte Huhn von links wird gleich das Ei legen, welches ich morgen hier im Laden kaufen werde ... - - - - frischer geht's kaum noch.