Danke an Solinger Helfer

„Man muss doch ...”

Ein Abend „abseits der Probleme” in lockerer Athmosphäre

Sie helfen. Und sie verzweifeln. Leider allzu oft. Natürlich könnten sie lamentieren, schimpfen, wie Millionen andere auch laut behaupten, es besser zu wissen – aber! Und jetzt kommt der Unterschied zu eben jenen lärmenden anderen Millionen. Sie können es wirklich besser! Schon alleine, weil sie es tun. 

Es – was? Helfen! Helfen, wo Hilfe sinnvoll, vonnöten, eine Barmherzigkeit ist. Die nicht aus gönnerhafter Großzügigkeit gewährt wird, sondern weil sie nicht selten der Verzweiflung entspringt, dass eben sonst keine Hilfe da wäre. Das „wer, wenn nicht ich; wann, wenn nicht jetzt?“ steht unausgesprochen im Raum – und es bedarf nicht der Artikulation. 

 

Sie sagen „ Habe Zeit, lebe in Frieden, habe materiell keine Sorgen, meine Vorfahren waren auch Flüchtlinge…“ als gälte es, einen Generationenvertrag einzulösen. Oder „ Ich freue mich, wenn ich ein wenig dazu beitragen kann, dass es anderen Menschen, die nicht so viel Glück im Leben haben,  besser geht durch meine Unterstützung.“ Ihre Motive klingen, wie es brüderlicher, christlicher, menschenfreundlicher nicht klingen kann: „ Niemand sollte seine Heimat verlassen müssen. Wenn dies doch aufgrund lebensbedrohlicher Umstände notwendig wird, möchte ich diese Menschen willkommen heißen und ihnen den schweren Weg, sich in einen fremden und ungewohnten Kulturkreis einzugewöhnen, ein wenig erleichtern.“ In der Tat, religiöse Grundüberzeugungen sind ein starker Kraftgeber für die Helfer: „ Mein christlicher Glaube, zu dessen Kern Liebe und Barmherzigkeit gehören.“

Sie helfen, indem sie Kleidung und Schuhe sortieren und verteilen. Mit den Flüchtlingen und Asylsuchenden zu Ämtern gehen, oder zu Ärzten. Durch Deutchunterrichtig, als Dolmetscher. Sie richten Wohnungen her und ein. Sie gehen mit denen, die dazu verdammt sind, den ganzen Tag zu warten, weil sie weder arbeiten noch die Stadt verlassen noch eine andere Bleibe nehmen können, zum Sport. Sie sind durchaus politisch: „ Ghettobildung vermeiden, indem wir die Flüchtlinge schnellstmöglich integrieren durch Sprache und Beruf.“ Sie haben den „Wunsch, gesellschaftspolitisch etwas zum  Positiven zu verändern. Es ist wichtig, friedlich und in gegenseitigem Respekt mit anderen Menschen zusammenzuleben.“

Auch sie stoßen an Grenzen, laufen vor Mauern, wissen oft nicht weiter. Es erschöpft, helfen zu wollen und es nicht so zu können, wie man mag. Und doch sagen sie: „Helfen – gibt es Schöneres?“. Denn eigentlich gilt doch, „Wir leben in so einer reichen Überflussgesellschaft, wir können gerne teilen und es geht uns immer noch gut!“ Also: „ Anpacken statt reden.“

 

Dies alles sind Original-Zitate der Motive, die uns – freiwillig – in Solingen in der Flüchtlingshilfe tätige Personen genannt haben. Die sich nicht hinter Ausreden verstecken sondern den Mut haben,  „Der Not zu begegnen und ein Glied in der Helferkette zu sein – aus Liebe zu den Menschen.“

Frauen, Männer, jung, alt. In Vereinen, oder „nur so“, regelmäßig oder gelegentlich. Jeder nach seinem Leistungsvermögen, jeder freiwillig – und natürlich ohne Geld. Ohne nach einem Dankeschön zu fragen: „ Flüchtlinge benötigen Hilfe – wer soll es machen, wenn nicht die Bürger?“ Sie sind die stille Mehrheit gegenüber einer Minderheit laut pöbelnder Krawall-Menschenhasser. Ihr Reden ist ihr Tun und Handeln: Ein Lächeln zu zaubern, wobei das Erlebte in den Hintergrund tritt.“ Gleichwohl sie wissen, dass nicht jeder Wunsch in Erfüllung gehen kann, wie beispielsweise „ Den politisch Gestrigen den Wind aus den Segeln nehmen“, ihr Durchhaltevermögen generieren sie aus solchen Erfahrungen: „Auch mit wenig Zeitaufwand kann man schon viel erreichen.“

Als wir all diese – und noch viel mehr ähnliche – Beweggründe lasen, hatten wir den Eindruck, dass unsere Idee sinnvoll gewesen sein musste. Wir, das sind engagierte Bergische Mitbürger im „Arbeitskreis Burger Brezel“ haben aus beruflichen oder anderen Gründen nicht unbedingt immer die Möglichkeit, so kontinuierlich zu helfen wie andere Menschen. Und so dachten wir, das Engagement der Solinger in vielen Aspekten der Flüchtlingshilfe wäre doch auch einmal ein konkretes Dankeschön diesen Helfern gegenüber wert. 

 

Also luden wir ein zu einem „Bergischen Abend“ – der frei sein sollte von politischen Reden und gedankenschweren Moralappellen. Dafür aber mit beschwingter Musik und inspirierenden Worten, Gedankensplitter „mit auf den Weg“ und ansonsten viel Zeit, dass sich die Helfer untereinander kennenlernen, da sie aus sehr vielen unterschiedlichen Aktionspunkten kommen. Ja, eben: Und gutes Essen und gut zu trinken. 

 

In stylischem Ambiente, in der Gaststätte Rüdenstein. Familien Meis und Lucassen hinterm Herd und im Service, nebst Crew aus Küche und Service. Andere Mitglieder des Arbeitskreises steuerten Geschenke bei, die die Helfer in einer Markttüte mit nach Hause nehmen konnten: Marmelade, bergisch-selbstgemacht, ein Solinger Kochbuch mit vielen tollen Anregungen, natürlich Burger Brezel. Etliche Sponsoren steuerten Lebensmittel und Getränke bei. Für die Helfer war der Abend natürlich kostenfrei – eben ein Dankeschön. 

 

Toll, dass es diese Menschen gibt, dass sie tun, was zu tun ist. Und das oft bis zur Grenze psychischer und physischer Belastung. Dies ertragen und durchstehen, ohne dass ihnen selbst Hilfe zuteil wird, die sie vielleicht auch oft benötigen würden. Ein paar Schulungen im Sinne von „Einweisungen“ sind sinnvoll, aber eben nicht genügend. 

 

 

Und so hoffen wir, dass dieser „Helferabend“ eben das ist, was auch die Helfer weiter motivieren wird, Flüchtlingen und Asylsuchenden in Solingen beizustehen: Sie und wir haben gemeinsam den „Wunsch, gesellschaftspolitisch etwas zum  Positiven zu verändern. Es ist wichtig, friedlich und in gegenseitigem Respekt mit anderen Menschen zusammenzuleben.“



Bericht im Solinger Tageblatt


Helfer-Motive:

 

  • Habe Zeit, lebe in Frieden, habe materiell keine Sorgen, meine Vorfahren waren auch Flüchtlinge…
  • Not zu lindern, Integration ausländischer MitbürgerInnen, Vermittlung unserer Religions- und Wertevorstellungen.
  • Integration der Flüchtlinge
  • Mitmenschlichkeit, christlicher Hintergrund
  • Ein Lächeln zu zaubern, wobei das Erlebte in den Hintergrund tritt.
  • Ich freue mich, wenn ich ein wenig dazu beitragen kann, dass es anderen Menschen, die nicht so viel Glück im Leben haben,  besser geht durch meine Unterstützung.
  • Der Not zu begegnen und ein Glied in der Helferkette zu sein – aus Liebe zu den Menschen.
  • Weil ich die arabische und die deutsche Sprache beherrsche. Wenn man erreichen kann, den Flüchtlingefamilien eine Wohnung zu beschaffen und bzw. damit die Kinder zur Schule gehen können, selbst Deutsch lernen – das ist für mich, wie ein neu geborenes Kind auf den Arm zu halten.  Unbeschreiblich !
  • Niemand sollte seine Heimat verlassen müssen. Wenn dies doch aufgrund lebensbedrohlicher Umstände notwendig wird, möchte ich diese Menschen willkommen heißen und ihnen den schweren Weg, sich in einen fremden und ungewohnten Kulturkreis einzugewöhnen, ein wenig erleichtern.
  • Mitgefühl und das Wohl der Kinder.
  • Es ist das Schicksal der Menschen, das mich bewegt.
  • Ich halte es einfach für notwendig, Menschen in dieser schwierigen Situation zu helfen und ihnen hier das Ankommen in unserer Gesellschaft zu erleichtern.
  • Die Vorurteile der Bürger abzubauen und als Integrationssprungbrett für alle Flüchtlinge zu dienen durch das gemeinsame gestalterische Schaffen.
  • Mitmenschliches und christliches  Engagement.
  • Sprachen zu lernen – es ist das wichtigste für ein Leben in einem anderen Land. 
  • Kontaktfreude und Spaß an der Technik
  • Mein christlicher Glaube, zu dessen Kern Liebe und Barmherzigkeit gehören.
  • Vorurteile der Bürger abbauen und durch gemeinsames gestalterische Schaffen als Integrationssprungbrett für alle Flüchtlinge dienen.
  • Wunsch, gesellschaftspolitisch etwas zum  Positiven zu verändern. Es ist wichtig, friedlich und in gegenseitigem Respekt mit anderen Menschen zusammenzuleben.
  • Den politisch Gestrigen den Wind aus den Segeln nehmen.
  • Wir wollen als Kirchengemeinde die Neubürger willkommen heißen - mit vielen praktischen Dingen und Aktivitäten.
  • Humanitäre Gründe und Nächstenliebe.
  • Menschen wieder zueinander finden lassen.
  • Ghettobildung vermeiden, indem wir die Flüchtlinge schnellstmöglich integrieren durch Sprache und Beruf.
  • Um diese Menschen nicht zu isolieren. – Ich denke, wir haben aus der Vergangenheit gelernt.
  • Glück und Freude zurückgeben – und interessane Menschen kennenlernen.
  • Ich mache das bereits seit Jahren.
  • Auch mit wenig Zeitaufwand kann man schon viel erreichen. 
  • Integration möglich machen.
  • Ämtergänge und Anträge sind viel einfacher, wenn wir die Flüchtlinge begleiten. Wir können als Begleiter auch nochmals Möglichkeiten sondieren und diskutieren.
  • Wir leben in so einer reichen Überflussgesellschaft, wir können gerne teilen und es geht uns immer noch gut! 
  • Manches lässt sich für uns so einfach regeln. Eine Mail/Nachfrage im Bekanntenkreis: Wer hat dieses und jenes übrig,? Schwupp-die-wupp, ist einem Flüchtling für kleines Geld geholfen ……
  • Es ist für mich selbstverständlich, Menschen in Notlagen bzw. Menschen, die Schutz suchen, zu unterstützen. Ich habe großes Mitgefühl mit den Frauen, Männern und Kindern, die - warum auch immer - in die schreckliche Lage gekommen sind, ihre Heimat verlassen zu müssen.
  • Hilfe für Menschen, die Hilfe benötigen.
  • Als Lehrerin kann ich meine Kenntnisse gut einsetzen.
  • Anpacken statt reden.
  • Flüchtlinge benötigen Hilfe – wer soll es machen, wenn nicht die Bürger?
  • Helfen – gibt es Schöneres?
  • Einfach: Helfen!
  • Wir leben in einem Land voll Überfluss. Eigentlich müsste es an nichts mangeln. Für niemanden. Wenn man erst einmal sieht, wie wenig andere Menschen zum Leben haben, bemerkt man schnell, was wirklich wichtig ist. Es ist an der Zeit zusammenzuhalten, zu helfen und zu teilen.
  • Seit knapp 50 Jahren bin ich in der sportlichen Jugendarbeit tätig, um Kinder "von der Straße zu holen". Die Neubürger brauchen Beschäftigung, benötigen Kleidung und Ausstattung , außerdem sollten sie so schnell wie möglich die deutsche Sprache erlernen.